Nationale Qualitätsinitiative im System der Tageseinrichtungen für Kinder

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat 1999 die Nationale Qualitätsinitiative im System der Tageseinrichtungen für Kinder ins Leben gerufen. Mit dieser Initiative will das Ministerium zu einer dauerhaften Verbesserung der Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsqualität in Kindertageseinrichtungen beitragen. Das gesamte Projekt gliedert sich in zwei Teile. Die Entwicklungs- und Erprobungsphase ist bereits abgeschlossen. Sie wird jetzt durch eine Implementierungsphase zur Verankerung ergänzt.

     Entwicklung und Erprobung   

In dieser ersten Phase haben die vier beteiligten wissenschaftlichen Institute eine Reihe von Projekten durchgeführt, die sich auf die unterschiedlichen Altersstufen und verschiedenen Bereiche im System der Tageseinrichtungen bezogen. Entwickelt und erprobt wurden

PädQUIS®– Kooperationsinstitut der Freien Universität Berlin – führte ein Projekt durch, in welchem die drei genannten Instrumente für die Arbeit in Tageseinrichtungen für Kinder von 0 bis 6 Jahren entwickelt wurden. Besonderes Augenmerk haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts darauf gelegt, dass sowohl der Qualitätskriterienkatalog als auch die Verfahren zur internen Verbesserung und zur externen Bewertung in Krippen, Kindergärten sowie altersgemischten Gruppen genutzt werden können. Sie gelten also für Krippenkinder genauso wie für Kindergartengruppen und altersgemischte Gruppen.
Projektleitung: Prof. Dr. W. Tietze | www.paedquis.de

Das SPI (Sozialpädagogisches Institut NRW) hat sich darauf konzentriert, einen Qualitätskriterienkatalog und Verfahren zur Verbesserung der pädagogischen Qualität und zur externen Bewertung für Horteinrichtungen bzw. für die außerunterrichtlichen Angebote für Schulkinder in Grundschulen zu entwickeln und zu erproben. Auch hier gilt: Verfahren und begleitende Materialien lassen sich für unterschiedliche pädagogische Ansätze nutzen. Die Ergebnisse dieses Projekts können für alle Angebote für Schulkinder angewendet werden (Horte, altersgemischte Gruppen, Schulkinderhäuser, Schülerläden, offene Ganztagsgrundschulen, sonstige außerschulische Angebote).
Projektleitung: Dr. R. Strätz | www.spi.nrw.de

Speziell auf die Arbeit mit dem Situationsansatz bezieht sich das Projekt, das von der Internationalen Akademie (INA), Institut für den Situationsansatz (ISTA), durchgeführt wurde. Auch hier ging es darum, einen Kriterienkatalog sowie Verfahren zur internen und externen Evaluation zu erarbeiten. Die Ergebnisse sind geeignet für alle Tageseinrichtungen für Kinder, die sich am Konzept Situationsansatz orientieren.
Projektleitung: Dr. C. Preissing | www.ina-fu.de/ista/

Schließlich hat das Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) Kriterien und Verfahren zur internen und externen Evaluation im Hinblick auf die Trägerqualität entwickelt. Die Ergebnisse sind geeignet für alle Träger von Tageseinrichtungen, von der Großstadt als Träger von sehr vielen Tageseinrichtungen bis zur kleineren Kommune, Kirchengemeinde und Elterninitiative.
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Dr. W. E. Fthenakis | www.ifp-bayern.de

Die Ergebnisse der NQI sind auf gute Resonanz in der Praxis gestoßen. Die Materialien werden rege nachgefragt und die Verfahren der Evaluation haben großes Interesse hervorgerufen. Deshalb hat das BMFSFJ im November 2003 als nächste Phase eine breite, bundesweit angelegte Verankerung (Implementierung) gestartet.

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     Die Implementierung   

Diese Phase beinhaltet zwei Komponenten: zum einen die Information und zum anderen die Verbreitung und Anwendung der Kataloge und Evaluationsverfahren. Damit unterstützen das BMFSFJ und die beteiligten Institute Tageseinrichtungen und Träger bei der Entwicklung und Sicherung einer hohen Qualität der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern.

Mittels breit angelegter Information sollen die Produkte und Verfahren bundesweit bekannt gemacht werden über:

Während der Verbreitung und Anwendung leisten die Institute gezielt Unterstützung bei Trägern und in Tageseinrichtungen für Kinder. Dazu werden pädagogische Fachkräfte als Multiplikatoren im System der Tageseinrichtungen qualifiziert. Die Institute bieten die Möglichkeit, zentrale Elemente ihrer verschiedenen Angebote zu kombinieren und ein auf die individuellen Bedürfnisse der Träger und Einrichtungen abgestelltes Programm zu entwickeln. Es ist zu erwarten, dass die Anpassung der Angebote an bestehende Trägerstrukturen, an die Interessen von Trägern und Einrichtungen und an vorhandene Qualitätsmanagementsysteme dazu beiträgt, die Qualitätssicherung im System der Tageseinrichtungen dauerhaft zu verankern.

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